Welches Elektroauto passt zu mir?
Zehn Fragen zu Budget, Strecken, Lademöglichkeit, Platz und Anhänger – danach bekommen Sie eine Rangliste passender reiner Elektroautos. Hybride sind bewusst nicht dabei.
Wer bidirektional laden will – also Strom aus dem Auto für Geräte, das Haus oder das Netz –, sieht auf einen Blick, welche Modelle das heute in Deutschland können und welche erst vorbereitet sind.
Was diesen Berater anders macht
Gemessene Werte zuerst. Wo der ADAC ein Modell auf dem Prüfstand gemessen hat, rechnen wir mit dieser Reichweite – nicht mit der Prospektzahl. Fehlt eine Messung, nehmen wir die WLTP-Angabe mal 0,8 und schreiben das dazu. Der Faktor 0,8 ist der Median aus 51 Modellen, für die beides vorliegt.
Der Winter ist eingerechnet. Sie geben an, ob Ihr Auto draußen in der Kälte steht. Dann prüfen wir, ob die Reichweite auch mit dem Winterverlust aus den ADAC-Messungen noch für Ihren Alltag reicht. Hintergrund dazu im Artikel „Was vom Winter übrig bleibt“.
Lücken bleiben sichtbar. Wo wir keine belegte Angabe gefunden haben, steht „keine Angabe“ – und das Modell bekommt dafür keine Punkte geschenkt.
Fragebogen
Ihre Empfehlungen
Alle Fahrzeuge
Alle erfassten reinen Elektroautos. Spaltenköpfe anklicken zum Sortieren. „Reichweite“ ist die ADAC-Messung oder – mit * markiert – die WLTP-Angabe × 0,8. Wo vorhanden, steht darunter die gemessene Winterreichweite bei −7 °C (Green NCAP / ADAC). „Heizung“: WP = Wärmepumpe, darunter die gemessene Innenraumtemperatur nach 30 min bei −7 °C. „cw“: Luftwiderstandsbeiwert, „?“ = nur eine Datenbank, nicht sicher.
| Modell | Karosserie | Preis ab | Reichweite | Verbrauch | cw | Anhängelast | Heizung | Bidirektional |
|---|
Weitere Modelle ohne belegten Preis
Diese Modelle nennt der ADAC als erhältlich. Einen belegten Grundpreis haben wir nicht gefunden, deshalb tauchen sie in der Empfehlung nicht auf.
Bidirektionales Laden
Ein Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch – die übliche Rechengröße der Strompreisvergleiche – braucht im Schnitt gut 67 kWh pro Woche. Ein Akku mit 60 kWh deckt also knapp eine Woche. Bidirektional heißt: Dieser Strom kann auch wieder heraus. Drei Stufen werden unterschieden.
Die drei Stufen
V2L – Vehicle to Load
Eine Steckdose am Auto oder ein Adapter in der Ladebuchse. Damit laufen Kaffeemaschine, Werkzeug oder Kühlbox – auf der Baustelle, beim Camping oder im Repair-Café. Keine Wallbox, keine Genehmigung. Der Strom fließt nur zum angeschlossenen Gerät, nicht ins Hausnetz.
V2H – Vehicle to Home
Das Auto versorgt das Haus, etwa abends mit Solarstrom vom Tag. Dafür braucht es eine vom Hersteller freigegebene bidirektionale Wallbox und meist einen Energiemanager. Laut Agora Verkehrswende geht V2H in Deutschland auch ohne neue Regeln, auch als Notstrom.
V2G – Vehicle to Grid
Das Auto speist ins öffentliche Netz und wird dafür bezahlt. Nötig sind ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), eine zertifizierte Wallbox und ein passender Stromtarif.
Stand in Deutschland, Oktober 2026
| Modelle | Was geht | Voraussetzung |
|---|---|---|
| BMW iX3 (Neue Klasse) | V2L, V2H, V2G | BMW Wallbox Professional (DC). V2G-Tarif mit E.ON seit Februar 2026: 24 Cent pro Stunde mit aktivem V2G, höchstens 60 Euro im Monat |
| Mercedes GLC EQ, C-Klasse EQ | V2G | Paket seit Oktober 2026: DC-Wallbox ChargeLine Bidi, Smart Meter. GLA, GLB, CLA, EQS und VLE sollen per Update folgen |
| Renault 5, 4, Mégane, Scénic, Alpine A290 | V2G | AC-Wallbox Mobilize PowerBox Verso, Smart Meter. Nur für Fahrzeuge, die ab Oktober 2025 bestellt wurden – ältere lassen sich nicht nachrüsten |
| VW ID.3, ID.4, ID.5, ID.7, ID. Buzz | V2H, V2G angekündigt | Von VW freigegebene DC-Wallbox (Ambibox, E3/DC, EVTEC, Sun2Wheel). Mit Software 6 alle, ältere ab Software 3.5 nur mit ≥77 kWh Akku. V2G mit Elli „Naturstrom V2G Flow“ angekündigt |
| Škoda Enyaq, Elroq, Cupra Born | V2H | Mit E3/DC laut ADAC möglich – Bedingungen beim Hersteller prüfen |
| Ford Explorer, Capri | V2H, V2G angekündigt | V2H mit E3/DC. V2G-Paket mit Octopus Energy und Ambibox angekündigt |
| Kia EV2–EV9, Hyundai Ioniq 5/6/9, Kona, BYD, MG4, Smart #1/#3, Genesis, Nio, XPeng, Polestar 3/5 | V2L | Steckdose am Fahrzeug. Für die Kia- und Hyundai-Modelle haben wir keine deutsche V2H-Freigabe gefunden |
Kennzeichnung im Berater
Grün: heute in Deutschland nutzbar. Gelb: vorbereitet oder angekündigt. Grau: Wir haben nichts gefunden – das heißt nicht, dass es technisch unmöglich ist.
So rechnen wir
1. Ausschlusskriterien
Ein Modell fällt heraus, wenn sein Grundpreis über Ihrem Budget liegt, wenn die Anhängelast laut ADAC nicht reicht, wenn Sie 6 bis 8 Sitze brauchen und keine Quelle sie nennt, oder wenn Sie eine Bidi-Stufe als Muss markiert haben und das Modell sie in Deutschland nicht nutzbar anbietet.
2. Benötigte Reichweite
Aus Ihren Angaben ergibt sich eine Mindestreichweite für einen kalten Tag:
| Tägliche Strecke | bis 50 km | 50–100 km | 100–200 km | über 200 km |
|---|---|---|---|---|
| Mindestreichweite im Winter | 100 km | 180 km | 300 km | 420 km |
Wer nur öffentlich laden kann, braucht 25 Prozent mehr Puffer. Wer wöchentlich mehr als 300 km am Stück fährt, mindestens 400 km, monatlich mindestens 330 km.
3. Winterreichweite
Grundlage ist die vom ADAC gemessene Reichweite. Fehlt sie, nehmen wir die WLTP-Angabe × 0,8 (Median aus 51 Modellen mit beiden Werten, mittlere Hälfte zwischen 0,78 und 0,88). Davon ziehen wir ab:
- Auto steht draußen, viele Kurzstrecken bei Frost: −40 Prozent. Das ist der mittlere Reichweitenverlust aller 15 Modelle in der Green-NCAP-Kurzstrecke bei −7 °C.
- Garage oder überwiegend längere Fahrten: −20 Prozent. Auf 100 km bei 0 °C maß der ADAC 21 bis 30 Prozent Mehrverbrauch, das sind 17 bis 23 Prozent weniger Reichweite.
Norwegischer Wintertest (NAF El Prix): Der norwegische Automobilclub NAF fährt jedes Jahr im Januar mit rund 25 Elektroautos auf einer Fernstrecke, bis die Leistung nachlässt. Im Januar 2026 lagen die Temperaturen zwischen −7 und −32 °C, im Januar 2025 zwischen −6 und +8 °C. Für 42 unserer Modelle liegt so ein Messwert vor; er steht auf der Ergebniskarte und zählt bei der Winterreichweite mit. Die NAF-WLTP-Angabe gilt für die getestete Version, die von der deutschen Basisversion abweichen kann.
Gemessene Winterwerte haben Vorrang. Für zehn Modellreihen liegt eine eigene Messung aus dem Green-NCAP-Kurzstreckentest bei −7 °C vor (ADAC). Gerechnet wird immer mit dem niedrigsten verfügbaren Wert: Green-NCAP-Messung, NAF-Messung oder Schätzung nach den Pauschalen oben. So steht immer die unterste Winterreichweite im Ergebnis. Beispiel VW ID.5: Gemessen sind 524 km bei +23 °C und 252 km bei −7 °C. Bei „Garage“ lag die frühere Schätzung (400 km ADAC-Ecotest × 0,8) mit 320 km deutlich darüber – jetzt gilt der Messwert 252 km. Bei „draußen“ ergibt die Schätzung (400 km × 0,6) 240 km, das ist der niedrigere Wert und bleibt stehen.
Die Messung gilt für die Testversion, die unter jeder Empfehlung steht. Beim Hyundai Ioniq 5 etwa wurde die Version mit 58 kWh gemessen, beim Dacia Spring die ältere Version mit 45 PS. Den BYD Atto 3 haben wir nicht übernommen, weil nur das Vorgängermodell gemessen wurde.
Rechenregel: Reichweitenverlust = Mehrverbrauch ÷ (1 + Mehrverbrauch).
4. Heizung und Innenraumtemperatur
Ein E-Auto hat kaum Motorabwärme. Geheizt wird auf zwei Arten:
- Elektrischer Zuheizer (PTC): ein Heizwiderstand. Aus 1 kWh Strom wird 1 kWh Wärme – nicht mehr. Er dient oft zusätzlich zur Wärmepumpe für sehr tiefe Temperaturen.
- Wärmepumpe: Sie holt Wärme aus der Außenluft und aus der Abwärme von Antrieb und Akku und hebt sie auf Heiztemperatur. Dadurch kommt mehr Wärme im Innenraum an, als Strom hineingeht. Wie viel mehr, hängt stark von der Außentemperatur ab. Beim elektrischen Mercedes CLA etwa liefert die Außenluft laut jesmb.de ab −10 °C keine nutzbare Wärme mehr, dann heizt ein elektrisches Heizelement.
R744 oder R1234yf ist das Kältemittel im Kreislauf der Wärmepumpe – kein eigenes Heizsystem. R744 ist CO₂. Volkswagen bietet die CO₂-Wärmepumpe für die ID.-Modelle an. Laut einem Bericht von NaturalRefrigerants.com über einen Volkswagen-Vortrag heizt R744 nach Untersuchungen der Universität NTNU besser als R1234yf und R134a. Die meisten Hersteller nennen das Kältemittel in ihren Unterlagen nicht. Steht beim Modell nur „Wärmepumpe“, haben wir das Kältemittel nicht belegt gefunden.
Woher die Heizdaten stammen: neben Hersteller- und Fachpresseangaben vor allem aus der niederländischen EV Database. Sie führt für jede Version, ob eine Wärmepumpe an Bord ist und ob sie serienmäßig ist – auch getrennt nach Ländern. Wir haben nur Versionen übernommen, die dort aktuell in Deutschland angeboten werden. Weil die EV Database unseren Abruf nach gut 600 Seiten gesperrt hat, fehlen dort vor allem neue Modelle. Ergänzt haben wir deshalb die Listen von e-autovergleich.com (Wärmepumpe serienmäßig oder optional, je Version). Widersprechen sich zwei Quellen, steht das beim Modell.
„Keine belegte Angabe“ heißt nicht „keine Wärmepumpe“. Für 130 Modelle haben wir eine Angabe gefunden, darunter drei ohne Wärmepumpe; für die übrigen nicht. Ob eine Wärmepumpe Serie ist, hängt oft von Modelljahr und Ausstattungslinie ab – im Kaufvertrag festhalten lassen.
Innenraumtemperatur: Für zehn Modellreihen nennen wir die Temperatur, die Green NCAP nach 30 Minuten Fahrt bei −7 °C gemessen hat; eingestellt waren 23 °C. Der Wert zeigt, wie der Hersteller seine Heizung regelt. Er ist nicht die Höchsttemperatur, die die Heizung schafft – die misst niemand unabhängig. Ein niedriger Wert (Renault Kangoo: 16,9 °C) kann eine schwache Heizung bedeuten oder eine sparsame Regelung. Umgekehrt kostet eine besonders warme Kabine Reichweite.
In die Punktewertung gehen Heizung und Innenraumtemperatur nicht ein, weil die Daten zu lückenhaft sind. Ihr Effekt steckt ohnehin in der gemessenen Winterreichweite.
5. Luftwiderstand (cw-Wert)
Bei Autobahntempo ist der Luftwiderstand der größte Verbraucher. Die Luftwiderstandskraft ist F = ½ · ρ · cw · A · v². Entscheidend ist also das Produkt aus cw-Wert und Stirnfläche A – ein großes SUV mit gutem cw kann mehr Luft verdrängen als ein kleines Auto mit schlechtem cw. Die Leistung dafür steigt mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit: Von 100 auf 130 km/h braucht man rund 2,2-mal so viel Leistung gegen den Wind.
Den cw-Wert misst fast nur der Hersteller im eigenen Windkanal; unabhängige Messungen gibt es kaum. Wir zeigen ihn in drei Güteklassen:
- Hersteller-/Presseangabe: in einer Herstellermitteilung oder einem Pressebericht nachgelesen.
- Zwei Datenbanken übereinstimmend: die internationale Datenbank EVspecs und die Liste von enivio nennen denselben Wert (auf zwei Stellen gerundet).
- Nur eine Datenbank – nicht sicher: Der Wert steht nur in einer Datenbank, die ihre Herkunft nicht angibt. In der Tabelle mit „?“ markiert.
Für 73 Modelle haben wir einen Wert gefunden. Wo er nur für eine ältere Modellgeneration vorliegt (z. B. Hyundai Ioniq 5 vor dem Facelift), steht das dabei. Eine Stirnfläche nennen die Quellen fast nie, deshalb rechnen wir nicht mit cw · A und vergeben für den cw-Wert keine Punkte.
6. Punkte (0 bis 100)
- Reichweite (Grundgewicht 30): volle Punkte, wenn die Winterreichweite Ihren Bedarf deckt, darunter anteilig. Ohne jede belegte Reichweite: 40 Prozent der Punkte und ein Warnhinweis.
- Preis (20): je weiter unter Ihrem Budget, desto mehr Punkte.
- Karosserie (15): volle Punkte bei Ihrer Wunschform.
- Verbrauch (10): nur mit ADAC-Messung; 13,4 kWh (bester Wert) bis 26 kWh pro 100 km.
- Bidirektional (10): volle Punkte für die gewünschte Stufe, nutzbar; halbe Punkte für vorbereitet oder angekündigt.
- Unabhängige Messung (10): volle Punkte mit ADAC-Messung ab 2024, halbe für ältere.
- Anhänger (5): Reserve über Ihrem Bedarf.
Was Sie im Fragebogen als besonders wichtig markieren, zählt doppelt.
Quellen
- ADAC: Elektroautos mit Anhängerkupplung 2026 – Preise ab und Anhängelasten (Stand 08.07.2026)
- ADAC: Marktübersicht Elektroautos 2026 – Preise, WLTP-Reichweiten, Akkus (Stand 18.03.2026)
- ADAC: Test E-Autos 2026 – gemessene Reichweiten und Verbräuche (Stand 20.07.2026)
- ADAC: Elektroauto im Winter – Green-NCAP-Wintermessungen
- ADAC: Schnellladen und Ladekurven 2026
- energiewende-check.de: Welche Autos können V2H? Liste 2026 (Stand 22.10.2026)
- AutoZeitung: Bidirektionales Laden – Modelle (20.03.2026)
- cleanthinking.de: Bidirektionales Laden, V2G und Rechtslage 2026 (28.09.2026)
- electrive: Mercedes führt V2G-Angebot für Privatkunden ein (13.10.2026)
- The Mobility House: Infoblatt V2G-Pionier:innen (Renault) (09/2025)
- Volkswagen: Wärmepumpe in den ID. Modellen – Kältemittel CO₂ (R744), optional
- Škoda Storyboard: Wärmepumpe im Enyaq (03.03.2021)
- R744.com: CO₂-Wärmepumpe im Audi Q4 e-tron (19.04.2021)
- NaturalRefrigerants.com: Volkswagen zur R744-Wärmepumpe – u. a. Ford Explorer, NTNU-Vergleich
- Polestar 2 Betriebsanleitung 2024 – Kältemittel R1234yf
- Renault Scenic E-Tech Preisliste (Stand 09.01.2024)
- jesmb.de: Die 3-Quellen-Wärmepumpe im Mercedes CLA (12.05.2025)
- enivio: Elektroautos mit serienmäßiger Wärmepumpe (Stand 31.12.2025)
- NAF El Prix Winter 2026 (Norwegen) – gemessene Reichweite, Januar 2026, −7 bis −32 °C
- NAF El Prix Winter 2025 (Norwegen) – gemessene Reichweite, Januar 2025, −6 bis +8 °C
- e-autovergleich.com: Elektroautos mit Wärmepumpe – serienmäßig / optional je Version (abgerufen 23.10.2026)
- EV Database (Niederlande) – Wärmepumpe und Serienausstattung je Version (abgerufen 23.10.2026)
- EVspecs: Most Aerodynamic Electric Cars – cw-Werte, international (abgerufen 23.10.2026)
- enivio: Top 50 Elektroautos mit dem besten cW-Wert (Stand 22.12.2025)
- Wikipedia: List of automobile drag coefficients – mit Einzelnachweisen (Stand 03.10.2026)
- Volkswagen Newsroom: ID.5 Aerodynamik
- BMW Group PressClub: Der neue BMW iX3
- WardsAuto: Refreshed Tesla Model Y
- Hyundai Motor Group: Kia EV4
- Driven (NZ): Mercedes CLA Aerodynamik
- Was vom Winter übrig bleibt – eigener Artikel zur Winterreichweite