Repair Café Weiden · E-Auto-Berater

Welches Elektroauto passt zu mir?

Zehn Fragen zu Budget, Strecken, Lademöglichkeit, Platz und Anhänger – danach bekommen Sie eine Rangliste passender reiner Elektroautos. Hybride sind bewusst nicht dabei.

Wer bidirektional laden will – also Strom aus dem Auto für Geräte, das Haus oder das Netz –, sieht auf einen Blick, welche Modelle das heute in Deutschland können und welche erst vorbereitet sind.

Datenstand: 22. Oktober 2026, Winterwerte, Heizsysteme und cw-Werte ergänzt am 23. Oktober 2026 · Modelle · Quellen: ADAC (Preise, Anhängelasten, Messwerte), Fachpresse zum bidirektionalen Laden

Was diesen Berater anders macht

Gemessene Werte zuerst. Wo der ADAC ein Modell auf dem Prüfstand gemessen hat, rechnen wir mit dieser Reichweite – nicht mit der Prospektzahl. Fehlt eine Messung, nehmen wir die WLTP-Angabe mal 0,8 und schreiben das dazu. Der Faktor 0,8 ist der Median aus 51 Modellen, für die beides vorliegt.

Der Winter ist eingerechnet. Sie geben an, ob Ihr Auto draußen in der Kälte steht. Dann prüfen wir, ob die Reichweite auch mit dem Winterverlust aus den ADAC-Messungen noch für Ihren Alltag reicht. Hintergrund dazu im Artikel „Was vom Winter übrig bleibt“.

Lücken bleiben sichtbar. Wo wir keine belegte Angabe gefunden haben, steht „keine Angabe“ – und das Modell bekommt dafür keine Punkte geschenkt.

Wichtig: Preise sind Listenpreise ohne Rabatt und Förderung. Ausstattung, Lieferbarkeit und Freigaben ändern sich laufend. Das Ergebnis ist eine Vorauswahl für die Probefahrt – keine Kaufberatung im rechtlichen Sinn.

Fragebogen

Ihre Empfehlungen

Alle Fahrzeuge

Alle erfassten reinen Elektroautos. Spaltenköpfe anklicken zum Sortieren. „Reichweite“ ist die ADAC-Messung oder – mit * markiert – die WLTP-Angabe × 0,8. Wo vorhanden, steht darunter die gemessene Winterreichweite bei −7 °C (Green NCAP / ADAC). „Heizung“: WP = Wärmepumpe, darunter die gemessene Innenraumtemperatur nach 30 min bei −7 °C. „cw“: Luftwiderstandsbeiwert, „?“ = nur eine Datenbank, nicht sicher.

ModellKarosseriePreis ab ReichweiteVerbrauchcwAnhängelastHeizung Bidirektional

Weitere Modelle ohne belegten Preis

Diese Modelle nennt der ADAC als erhältlich. Einen belegten Grundpreis haben wir nicht gefunden, deshalb tauchen sie in der Empfehlung nicht auf.

Bidirektionales Laden

Ein Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch – die übliche Rechengröße der Strompreisvergleiche – braucht im Schnitt gut 67 kWh pro Woche. Ein Akku mit 60 kWh deckt also knapp eine Woche. Bidirektional heißt: Dieser Strom kann auch wieder heraus. Drei Stufen werden unterschieden.

Die drei Stufen

V2L – Vehicle to Load

Eine Steckdose am Auto oder ein Adapter in der Ladebuchse. Damit laufen Kaffeemaschine, Werkzeug oder Kühlbox – auf der Baustelle, beim Camping oder im Repair-Café. Keine Wallbox, keine Genehmigung. Der Strom fließt nur zum angeschlossenen Gerät, nicht ins Hausnetz.

V2H – Vehicle to Home

Das Auto versorgt das Haus, etwa abends mit Solarstrom vom Tag. Dafür braucht es eine vom Hersteller freigegebene bidirektionale Wallbox und meist einen Energiemanager. Laut Agora Verkehrswende geht V2H in Deutschland auch ohne neue Regeln, auch als Notstrom.

V2G – Vehicle to Grid

Das Auto speist ins öffentliche Netz und wird dafür bezahlt. Nötig sind ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), eine zertifizierte Wallbox und ein passender Stromtarif.

Stand in Deutschland, Oktober 2026

ModelleWas gehtVoraussetzung
BMW iX3 (Neue Klasse)V2L, V2H, V2GBMW Wallbox Professional (DC). V2G-Tarif mit E.ON seit Februar 2026: 24 Cent pro Stunde mit aktivem V2G, höchstens 60 Euro im Monat
Mercedes GLC EQ, C-Klasse EQV2GPaket seit Oktober 2026: DC-Wallbox ChargeLine Bidi, Smart Meter. GLA, GLB, CLA, EQS und VLE sollen per Update folgen
Renault 5, 4, Mégane, Scénic, Alpine A290V2GAC-Wallbox Mobilize PowerBox Verso, Smart Meter. Nur für Fahrzeuge, die ab Oktober 2025 bestellt wurden – ältere lassen sich nicht nachrüsten
VW ID.3, ID.4, ID.5, ID.7, ID. BuzzV2H, V2G angekündigtVon VW freigegebene DC-Wallbox (Ambibox, E3/DC, EVTEC, Sun2Wheel). Mit Software 6 alle, ältere ab Software 3.5 nur mit ≥77 kWh Akku. V2G mit Elli „Naturstrom V2G Flow“ angekündigt
Škoda Enyaq, Elroq, Cupra BornV2HMit E3/DC laut ADAC möglich – Bedingungen beim Hersteller prüfen
Ford Explorer, CapriV2H, V2G angekündigtV2H mit E3/DC. V2G-Paket mit Octopus Energy und Ambibox angekündigt
Kia EV2–EV9, Hyundai Ioniq 5/6/9, Kona, BYD, MG4, Smart #1/#3, Genesis, Nio, XPeng, Polestar 3/5V2LSteckdose am Fahrzeug. Für die Kia- und Hyundai-Modelle haben wir keine deutsche V2H-Freigabe gefunden
Rechtslage: Seit 23. Dezember 2025 zahlen Betreiber bidirektionaler Ladepunkte keine Netzentgelte mehr für zwischengespeicherten und zurückgespeisten Strom. Die Stromsteuer-Befreiung gilt nach der zitierten Analyse aber nur für stationäre Speicher, nicht für V2G. Bis 30. September 2027 braucht es die Zustimmung von Netz- und Messstellenbetreiber. (Quelle: cleanthinking.de, Stand 28.09.2026)
Vor dem Kauf prüfen: Freigaben hängen von Modelljahr, Softwarestand und Wallbox ab und ändern sich schnell. Lassen Sie sich die Bidi-Fähigkeit für Ihr konkretes Fahrzeug schriftlich bestätigen. „Vorbereitet“ heißt: technisch angelegt, aber in Deutschland noch nicht freigeschaltet.

Kennzeichnung im Berater

V2G nutzbarV2G angekündigtV2H vorbereitetkeine Angabe

Grün: heute in Deutschland nutzbar. Gelb: vorbereitet oder angekündigt. Grau: Wir haben nichts gefunden – das heißt nicht, dass es technisch unmöglich ist.

So rechnen wir

1. Ausschlusskriterien

Ein Modell fällt heraus, wenn sein Grundpreis über Ihrem Budget liegt, wenn die Anhängelast laut ADAC nicht reicht, wenn Sie 6 bis 8 Sitze brauchen und keine Quelle sie nennt, oder wenn Sie eine Bidi-Stufe als Muss markiert haben und das Modell sie in Deutschland nicht nutzbar anbietet.

2. Benötigte Reichweite

Aus Ihren Angaben ergibt sich eine Mindestreichweite für einen kalten Tag:

Tägliche Streckebis 50 km50–100 km100–200 kmüber 200 km
Mindestreichweite im Winter100 km180 km300 km420 km

Wer nur öffentlich laden kann, braucht 25 Prozent mehr Puffer. Wer wöchentlich mehr als 300 km am Stück fährt, mindestens 400 km, monatlich mindestens 330 km.

3. Winterreichweite

Grundlage ist die vom ADAC gemessene Reichweite. Fehlt sie, nehmen wir die WLTP-Angabe × 0,8 (Median aus 51 Modellen mit beiden Werten, mittlere Hälfte zwischen 0,78 und 0,88). Davon ziehen wir ab:

  • Auto steht draußen, viele Kurzstrecken bei Frost: −40 Prozent. Das ist der mittlere Reichweitenverlust aller 15 Modelle in der Green-NCAP-Kurzstrecke bei −7 °C.
  • Garage oder überwiegend längere Fahrten: −20 Prozent. Auf 100 km bei 0 °C maß der ADAC 21 bis 30 Prozent Mehrverbrauch, das sind 17 bis 23 Prozent weniger Reichweite.

Norwegischer Wintertest (NAF El Prix): Der norwegische Automobilclub NAF fährt jedes Jahr im Januar mit rund 25 Elektroautos auf einer Fernstrecke, bis die Leistung nachlässt. Im Januar 2026 lagen die Temperaturen zwischen −7 und −32 °C, im Januar 2025 zwischen −6 und +8 °C. Für 42 unserer Modelle liegt so ein Messwert vor; er steht auf der Ergebniskarte und zählt bei der Winterreichweite mit. Die NAF-WLTP-Angabe gilt für die getestete Version, die von der deutschen Basisversion abweichen kann.

Gemessene Winterwerte haben Vorrang. Für zehn Modellreihen liegt eine eigene Messung aus dem Green-NCAP-Kurzstreckentest bei −7 °C vor (ADAC). Gerechnet wird immer mit dem niedrigsten verfügbaren Wert: Green-NCAP-Messung, NAF-Messung oder Schätzung nach den Pauschalen oben. So steht immer die unterste Winterreichweite im Ergebnis. Beispiel VW ID.5: Gemessen sind 524 km bei +23 °C und 252 km bei −7 °C. Bei „Garage“ lag die frühere Schätzung (400 km ADAC-Ecotest × 0,8) mit 320 km deutlich darüber – jetzt gilt der Messwert 252 km. Bei „draußen“ ergibt die Schätzung (400 km × 0,6) 240 km, das ist der niedrigere Wert und bleibt stehen.

Die Messung gilt für die Testversion, die unter jeder Empfehlung steht. Beim Hyundai Ioniq 5 etwa wurde die Version mit 58 kWh gemessen, beim Dacia Spring die ältere Version mit 45 PS. Den BYD Atto 3 haben wir nicht übernommen, weil nur das Vorgängermodell gemessen wurde.

Rechenregel: Reichweitenverlust = Mehrverbrauch ÷ (1 + Mehrverbrauch).

Grenze dieser Rechnung: Die Daten liegen pro Modellreihe vor, nicht pro Version. Der Preis „ab“ gilt für die günstigste Version, die ADAC-Messung oft für eine Version mit größerem Akku. Beim VW ID.3 etwa gilt der Preis von 33.330 € für die Basisversion mit 388 km WLTP, die gemessenen 530 km für den ID.3 GTX. Die Testversion steht deshalb unter jeder Empfehlung.

4. Heizung und Innenraumtemperatur

Ein E-Auto hat kaum Motorabwärme. Geheizt wird auf zwei Arten:

  • Elektrischer Zuheizer (PTC): ein Heizwiderstand. Aus 1 kWh Strom wird 1 kWh Wärme – nicht mehr. Er dient oft zusätzlich zur Wärmepumpe für sehr tiefe Temperaturen.
  • Wärmepumpe: Sie holt Wärme aus der Außenluft und aus der Abwärme von Antrieb und Akku und hebt sie auf Heiztemperatur. Dadurch kommt mehr Wärme im Innenraum an, als Strom hineingeht. Wie viel mehr, hängt stark von der Außentemperatur ab. Beim elektrischen Mercedes CLA etwa liefert die Außenluft laut jesmb.de ab −10 °C keine nutzbare Wärme mehr, dann heizt ein elektrisches Heizelement.

R744 oder R1234yf ist das Kältemittel im Kreislauf der Wärmepumpe – kein eigenes Heizsystem. R744 ist CO₂. Volkswagen bietet die CO₂-Wärmepumpe für die ID.-Modelle an. Laut einem Bericht von NaturalRefrigerants.com über einen Volkswagen-Vortrag heizt R744 nach Untersuchungen der Universität NTNU besser als R1234yf und R134a. Die meisten Hersteller nennen das Kältemittel in ihren Unterlagen nicht. Steht beim Modell nur „Wärmepumpe“, haben wir das Kältemittel nicht belegt gefunden.

Woher die Heizdaten stammen: neben Hersteller- und Fachpresseangaben vor allem aus der niederländischen EV Database. Sie führt für jede Version, ob eine Wärmepumpe an Bord ist und ob sie serienmäßig ist – auch getrennt nach Ländern. Wir haben nur Versionen übernommen, die dort aktuell in Deutschland angeboten werden. Weil die EV Database unseren Abruf nach gut 600 Seiten gesperrt hat, fehlen dort vor allem neue Modelle. Ergänzt haben wir deshalb die Listen von e-autovergleich.com (Wärmepumpe serienmäßig oder optional, je Version). Widersprechen sich zwei Quellen, steht das beim Modell.

„Keine belegte Angabe“ heißt nicht „keine Wärmepumpe“. Für 130 Modelle haben wir eine Angabe gefunden, darunter drei ohne Wärmepumpe; für die übrigen nicht. Ob eine Wärmepumpe Serie ist, hängt oft von Modelljahr und Ausstattungslinie ab – im Kaufvertrag festhalten lassen.

Innenraumtemperatur: Für zehn Modellreihen nennen wir die Temperatur, die Green NCAP nach 30 Minuten Fahrt bei −7 °C gemessen hat; eingestellt waren 23 °C. Der Wert zeigt, wie der Hersteller seine Heizung regelt. Er ist nicht die Höchsttemperatur, die die Heizung schafft – die misst niemand unabhängig. Ein niedriger Wert (Renault Kangoo: 16,9 °C) kann eine schwache Heizung bedeuten oder eine sparsame Regelung. Umgekehrt kostet eine besonders warme Kabine Reichweite.

In die Punktewertung gehen Heizung und Innenraumtemperatur nicht ein, weil die Daten zu lückenhaft sind. Ihr Effekt steckt ohnehin in der gemessenen Winterreichweite.

5. Luftwiderstand (cw-Wert)

Bei Autobahntempo ist der Luftwiderstand der größte Verbraucher. Die Luftwiderstandskraft ist F = ½ · ρ · cw · A · v². Entscheidend ist also das Produkt aus cw-Wert und Stirnfläche A – ein großes SUV mit gutem cw kann mehr Luft verdrängen als ein kleines Auto mit schlechtem cw. Die Leistung dafür steigt mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit: Von 100 auf 130 km/h braucht man rund 2,2-mal so viel Leistung gegen den Wind.

Den cw-Wert misst fast nur der Hersteller im eigenen Windkanal; unabhängige Messungen gibt es kaum. Wir zeigen ihn in drei Güteklassen:

  • Hersteller-/Presseangabe: in einer Herstellermitteilung oder einem Pressebericht nachgelesen.
  • Zwei Datenbanken übereinstimmend: die internationale Datenbank EVspecs und die Liste von enivio nennen denselben Wert (auf zwei Stellen gerundet).
  • Nur eine Datenbank – nicht sicher: Der Wert steht nur in einer Datenbank, die ihre Herkunft nicht angibt. In der Tabelle mit „?“ markiert.

Für 73 Modelle haben wir einen Wert gefunden. Wo er nur für eine ältere Modellgeneration vorliegt (z. B. Hyundai Ioniq 5 vor dem Facelift), steht das dabei. Eine Stirnfläche nennen die Quellen fast nie, deshalb rechnen wir nicht mit cw · A und vergeben für den cw-Wert keine Punkte.

6. Punkte (0 bis 100)

  • Reichweite (Grundgewicht 30): volle Punkte, wenn die Winterreichweite Ihren Bedarf deckt, darunter anteilig. Ohne jede belegte Reichweite: 40 Prozent der Punkte und ein Warnhinweis.
  • Preis (20): je weiter unter Ihrem Budget, desto mehr Punkte.
  • Karosserie (15): volle Punkte bei Ihrer Wunschform.
  • Verbrauch (10): nur mit ADAC-Messung; 13,4 kWh (bester Wert) bis 26 kWh pro 100 km.
  • Bidirektional (10): volle Punkte für die gewünschte Stufe, nutzbar; halbe Punkte für vorbereitet oder angekündigt.
  • Unabhängige Messung (10): volle Punkte mit ADAC-Messung ab 2024, halbe für ältere.
  • Anhänger (5): Reserve über Ihrem Bedarf.

Was Sie im Fragebogen als besonders wichtig markieren, zählt doppelt.

Quellen

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